Der Esel von der Wartburg

Der Esel von der Wartburg – Maskottchen eines Wahrzeichens

In der DDR war die Wartburg bei Eisenach nicht nur ein Symbol deutscher Geschichte, sondern auch ein beliebtes Reiseziel – und mit ihr wurde ein ganz besonderes Maskottchen bekannt: der Esel.

Der Wartburg-Esel ging auf die alte Sage zurück, nach der nur derjenige zur Burg hinaufreiten durfte, der „zu faul war, zu laufen“. Diese humorvolle Anspielung wurde im DDR-Tourismus geschickt aufgegriffen. In Reiseführern, Kinderheften, Postkarten und Souvenirfiguren tauchte der freundliche Esel als Erkennungszeichen der Wartburg auf. Besonders Familien mit Kindern verbanden mit ihm die Vorfreude auf den Burgbesuch – denn auf dem Weg zur Wartburg konnte man echte Esel treffen, die Besucher symbolisch „hinauftragen“ sollten.

Der Esel wurde so zur inoffiziellen Werbefigur der Wartburg in Eisenach. In den 1970er- und 1980er-Jahren erschien er auf Plakaten, Prospekten und Andenken: mal gezeichnet, mal als Plüschfigur oder Keramik, stets mit einem freundlichen Lächeln und meist vor der markanten Silhouette der Burg. Er stand für Volksnähe, Humor und Heimatverbundenheit – Werte, die in der DDR-Kulturpolitik gern betont wurden.

Heute gilt der Wartburg-Esel als nostalgisches Symbol einer Zeit, in der Geschichte, Tourismus und Alltagskultur auf charmante Weise miteinander verschmolzen. Viele ehemalige DDR-Bürger erinnern sich noch an den Spruch:

„Wer nicht laufen will, der reitet mit dem Esel zur Wartburg hinauf.“