Dig von den Digedags (Römer Serie)
Die Digedags – DDR-Comics mit Kultstatus
Die Digedags sind die ersten und bekanntesten Comicfiguren der DDR und gehören zu den prägendsten Kulturgütern der ostdeutschen Comicgeschichte. Erschaffen wurden sie von Hannes Hegen (bürgerlich Johannes Eduard Hegenbarth), der 1955 die monatlich erscheinende Comiczeitschrift Mosaik ins Leben rief. In diesem Heft erlebten die drei Figuren Dig, Dag und Digedag zahlreiche Abenteuer in fiktiven wie historischen Welten – spannend, unterhaltsam und oft mit einem augenzwinkernden Blick auf Geschichte und Gesellschaft.
Die erste Ausgabe des Mosaik erschien im Dezember 1955 im Verlag Neues Leben. Hannes Hegen war nicht nur der geistige Vater der Digedags, sondern gestaltete auch den Großteil der frühen Ausgaben – inhaltlich und zeichnerisch. Die Geschichten waren hochwertig produziert, voller Details und Fantasie und unterschieden sich damit deutlich von vielen anderen Jugendpublikationen der Zeit.
Die Hauptfiguren – Dig, Dag und Digedag – waren kleine, pfiffige Comiccharaktere mit großem Entdeckergeist. Sie reisten durch Raum und Zeit, trafen historische Persönlichkeiten, gerieten in politische Intrigen, suchten Schätze oder erlebten fantastische Abenteuer im Weltraum. Obwohl sie äußerlich kaum zu unterscheiden waren, hatte jede Figur ihre eigene Persönlichkeit. Gemeinsam standen sie für Freundschaft, Einfallsreichtum und eine ordentliche Portion Humor.
Die Digedags bewegten sich in langen Handlungsbögen durch unterschiedliche Welten. Zu den bekanntesten Serien gehörten:
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Die Römer-Serie
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Die Ritter-Serie
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Die Orient-Serie
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Die Amerika-Serie
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Die Weltraum-Serie
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Die byzantinische Serie
Die Geschichten waren unterhaltsam und gleichzeitig lehrreich. Sie vermittelten Wissen über Geografie, Technik und Geschichte, wobei der politische Kontext der DDR stets mitschwang – mal stärker, mal subtiler.
Im Jahr 1975 kam es zum Bruch: Hannes Hegen verließ nach Differenzen mit dem Verlag die Redaktion und nahm die Rechte an den Digedags mit. Damit endete nach 223 Ausgaben die Ära der drei beliebten Helden. Die Figuren durften fortan nicht mehr verwendet werden – ein herber Einschnitt für viele Fans.
Doch das Mosaik lebte weiter: Bereits im Januar 1976 erschien die erste Ausgabe mit neuen Helden – den Abrafaxen: Abrax, Brabax und Califax. Sie traten in die Fußstapfen der Digedags, ohne deren Geschichten fortzusetzen, entwickelten aber eine eigene Identität. Bis heute erscheinen neue Ausgaben mit den Abrafaxen – das Mosaik ist damit das am längsten ununterbrochen erscheinende Comic-Magazin Europas.
Die Digedags sind ein bedeutender Teil der ostdeutschen Popkultur. Sie begeisterten Generationen von Leserinnen und Lesern – nicht nur in der DDR, sondern auch im Ausland. Heute gelten die alten Hefte als begehrte Sammlerstücke. In Museen und Ausstellungen wird dem Werk von Hannes Hegen und seinen Mitstreitern Anerkennung gezollt. Auch wissenschaftlich werden die Digedags immer wieder aufgegriffen – sei es in der Comicforschung, in der Geschichtsvermittlung oder in Studien zur DDR-Kultur.
Fazit
Die Digedags sind weit mehr als nur Comicfiguren – sie sind ein Stück Zeitgeschichte. Mit ihrer Mischung aus Abenteuerlust, Bildung und Humor haben sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihr Erbe lebt in den Herzen vieler Fans weiter – und natürlich in den vergilbten, aber heißgeliebten Seiten alter Mosaik-Hefte.