Noppe und Plüsch

In der DDR waren Teppiche nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch ein Ausdruck von Wohnkultur. Ein besonders einprägsames Beispiel für die Verbindung von Produktinformation und Alltagsnähe war die Figurenkampagne „Noppe und Plüsch“, die in den 1970er Jahren vom VEB Halbmond-Teppiche Oelsnitz/Vogtland herausgegeben wurde. Die beiden sympathisch illustrierten Charaktere – Noppe, der robuste Noppenteppich, und Plüsch, der weiche Veloursteppich – erklärten in einer kleinen Broschüre auf einfache und unterhaltsame Weise, wie man Teppiche richtig pflegt. Herausgegeben wurde das Heftchen von der DEWAG Werbung Zwickau, einem zentralen Werbeträger der DDR.

Die Figuren sollten nicht nur informieren, sondern auch Vertrauen schaffen. In klaren, bebilderten Hinweisen wurde erklärt, wie Teppiche gereinigt, gelagert oder ausgebessert werden können – stets mit dem Hinweis, dass gute Pflege die Lebensdauer verlängert. Die Kampagne spiegelte auch den Anspruch wider, den der volkseigene Betrieb an seine Produkte stellte: langlebig, funktional und für das Leben der Menschen gemacht.

Der VEB Halbmond-Teppiche selbst war einer der wichtigsten Hersteller von Bodenbelägen in der DDR. Mit Sitz in Oelsnitz im Vogtland, blickte das Werk auf eine lange Tradition zurück und produzierte Teppiche für Haushalte, Hotels und öffentliche Einrichtungen im In- und Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht, wurde der Betrieb in das Kombinat DEKO Plauen eingegliedert und war über Jahrzehnte ein stabiler Arbeitgeber in der Region.

„Noppe und Plüsch“ sind heute ein liebevolles Zeugnis dieser Zeit – sie zeigen, wie kreativ und nahbar selbst technische Themen in der DDR vermittelt wurden. Die Figuren sind mittlerweile gesuchte Sammlerstücke und wecken bei vielen Erinnerungen an Wohnzimmer, in denen DDR-Teppiche zum Alltag gehörten.

 

 

 

Noppe und Plüsch
Noppe und Plüsch
Noppe und Plüsch