Weberin von Lautex

Lautex – klangvoller Name aus der Oberlausitz, steht für Textilgeschichte der DDR in ihrer vollen Bandbreite. Gegründet 1971, brachte der VEB Oberlausitzer Textilbetriebe mehrere Spinnereien, Webereien, Druck- und Veredelungsbetriebe unter ein Dach – mit Hauptstandorten in Zittau, Neugersdorf und Neusalza‑Spremberg.

In den großen Hallen von Lautex wurde Garn gesponnen, Stoffe gewebt, vielfältige Veredelungsprozesse wie Färben und Bedrucken durchgeführt. Produziert wurden typische Textilien des Alltags: Meterware für Hemden, Blusen, Möbelbezüge sowie Bettwäsche und Berufskleidung. Dieser Produktionsreichtum machte Lautex zu einem der pulsierenden Werke der DDR‑Textilindustrie.

Noch heute erinnern sich einige ehemalige Mitarbeitende mit Stolz an die Arbeitsgemeinschaft, die Technik und die innovative Kraft des Betriebs. In einer Wanderausstellung im Löbauer Stadtmuseum wurden Stoffmuster, Garnrollen und persönliche Anekdoten gesammelt – ein berührendes Stück regionaler Geschichte.

Doch die Wiedervereinigung brachte auch das Ende vieler DDR‑Industrien. Die Lautex-GmbH musste früh privatisiert werden – nur wenige Teile überlebten in Folgeunternehmen wie der Baumwollspinnerei Zittau oder der Cord und Velveton GmbH, die jedoch mittlerweile ebenfalls geschlossen wurden. Der Großbetrieb Lautex ist Geschichte – geblieben ist die Erinnerung an ein unternehmerisches Kapitel, das einst in der Oberlausitz Textilgeschichte schrieb.